Papier WASSERFEST machen

Wer das Internet fragt, wie man Papier wasserfest machen kann, erhält dazu zahlreiche Vorschläge. Einige dieser Vorschläge sind ganz praktisch, aber Vieles, was im Netz kursiert, ist für Origami, Papiermodelle, Skulpturen oder Schmuck aus Papier unbrauchbar. Ich habe die gängigsten Methoden getestet, um zu sehen, wie sich die Lacke und anderen Imprägniermaterialien zum Papier verhalten.

Übrigens: „Papier wasserfest machen“ bedeutet in den meisten Fällen, dass das Papier gegen Feuchtigkeit, Schweiß und leichtes Spritzwasser geschützt ist. Trotz Imprägnierung würde ich das Papier nicht dauerhafter oder starker Nässe aussetzen.

Generell gilt: einmal Lack ist keinmal Lack. Je öfter man das Papier lackiert, desto besser ist anschließend der Nässeschutz.

Klarlack/Sprühlack
Klarlack kann man als Finish großflächig auf Papierobjekte sprühen. Wenn man den Lack gleichmäßig und im richtigen Abstand aufsprüht, wird das Papier mit einer feinen Lackschicht überzogen, ohne sich zu wellen. Auf dem Bild habe ich den Lack zu nah auf das Papier gesprüht, so dass sich Lack-Nasen gebildet haben. So also bitte nicht 🙂
Sprühlack eignet sich v.a. für große Objekte/Skulpturen/Modelle aus Papier, da beim Sprühen auf kleine Papierobjekte viel Lack daneben geht (was anschließend eine große Sauerei ist) und man mit der Spraydose den Lack nicht in jede kleine Ecke bringt.

Acryllack
Ich verwende Acryllacke auf Wasserbasis. Man kann damit kleine Papierobjekte mit dem Pinsel lackieren und damit wasserfest machen. Wie sauber sich der Lack auf das Papier auftragen lässt, ist stark vom Hersteller und vom verwendeten Papier abhängig. Manche Lacke lassen sich gut verarbeiten, andere verändern das Papier nach dem Auftragen. Wie man auf dem Bild sieht, hinterlässt dieser Glanzlack auf dem Papier Spuren: das Papier ist fleckig, wurde teilweise durchsichtig und hat sich verfärbt. Der Mattlack ist da schon unauffälliger, aber auch ihn konnte ich nicht unsichtbar auf das Papier auftragen. Auf den Bildern habe ich Acryllack aus dem Bastelladen und 80g Papier verwendet. Bei anderen -teureren- Herstellern aus dem Künstlerbedarf hat sich das Papier nicht verfärbt und auch der Auftrag mit dem Pinsel ging deutlich unauffälliger. (Ein Foto hierzu reiche ich bei Gelegenheit nach.) Wenn dein Acryllack kein zufriedenstellendes Ergebnis bietet, kannst du es ja einmal mit einem anderen Lack versuchen.

Transparenter Nagellack
Transparenter Nagellack ist für kleine Objekte oder Schmuck aus Papier eine gute Alternative. Nagellack erhält man in jeder Drogerie und mit dem eingebauten Pinsel kann man den Nagellack gut auf das Papier auftragen. Zudem ist Nagellack hautfreundlich und damit besonders für Papierschmuck geeignet. Allerdings ist Nagellack nicht die preiswerteste Variante, dennoch für kleine Mengen sicherlich gut geeignet. (Leider habe ich dazu kein Foto.)

Decopatch-/Serviettenkleber
Decopatch-Kleber ist dafür gemacht, Papier auf eine feste Unterlage aufzukleben. Er ist Klebstoff und Lack in Einem, d.h. man kann damit in einem Schritt Papier aufkleben und wasserfest machen. In meiner kleinen Testreihe ist der Decopatch-Kleber der Lack, bei dem sich das Papier am meisten gewellt hat. Was man auf dem Bild nicht sieht: Auch beim Decopatch-Kleber hatte ich Schwierigkeiten, den Lack „unsichtbar“ auf das Papier aufzutragen, also ohne dass man die Pinselstriche sieht.

Haarspray
Einmal und nie wieder: das Papier klebt hinterher und stinkt dauerhaft nach Haarspray. Ich kann es nicht empfehlen. Immerhin: Das Haarspray ist auf dem Papier unsichtbar.

Wachs
Wenn man mit einem Teelicht das Papier einrubbelt, bleibt eine Wachsschicht auf dem Papier zurück, die Wasser abhält. Diese Methode ist, wenn überhaupt, geeignet für glattes Papier, also nicht für bereits gefaltete 3D-Papierformen. Wie man auf dem Foto sieht, hat das Papier beim Auftragen einen Knick bekommen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit flüssigem Wachs zu arbeiten, aber das habe ich nie getestet. Eine Anleitung für die Methode „Flüssigwachs“ gibt es hier.

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Diese beiden Methoden habe ich auch noch im Netz gefunden, aber nicht in meine Testreihe aufgenommen:

Schellack
Im Internet steht, dass man mit Schellack Papier wasserfest machen kann, aber ich habe diese Methode nie probiert, da sie mir zu aufwändig war. Eine Anleitung zur Methode „Schellack“ gibt es hier.

Alaun
Das gleiche gilt für Alaun: ich habe davon gelesen, es aber nie probiert. Eine Anleitung dazu gibt es hier.